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Ausgabe vom 20/08/2026 2. Jahrgang Berichte vom Ufer, unregelmässig ergänzt

UFERZEIT

Achtsamkeit, Regionales und Reisen rund um Bodensee und Zürichsee

Reisen & Freizeit

Camping am See: Küche, Ausrüstung, Schatten

Einfache Küche draussen, bewährte Ausrüstung und die Wahl von Stellplatz und Schatten: ein ruhiger Leitfaden für kurze Campingaufenthalte am See und im Süden.

Von der Redaktion Uferzeit Veröffentlicht am Lesezeit 6 min

Ein Klapptisch neben einem Zelt am Ufer eines Sees im Vormittagslicht, darauf ein Gaskocher mit Windschutz, ein Topf mit Deckel
Ein Klapptisch neben einem Zelt am Ufer eines Sees im Vormittagslicht, darauf ein Gaskocher mit Windschutz, ein Topf mit Deckel

Eine einfache Küche beim Camping braucht wenig: eine ebene, windgeschützte Fläche, eine einzige Kochquelle, wenige Geräte und eine klare Routine für Kühlen, Kochen und Aufräumen. Bewährt haben sich ein tragbarer Gaskocher, ein Topf mit Deckel, ein Messer, ein Schneidebrett, eine Kühlbox und zwei Behälter für Reste. Stellplatz und Schatten wählt man am besten am Vormittag, indem man den Lauf der Sonne über den Tag mitdenkt und nicht nur den Moment.

Wer längere Zeit in Italien unterwegs ist, findet auf Camping in Italien Hinweise zu Küche auf zwei Flammen, Ausrüstung und Tagesrhythmus, die sich auch für Aufenthalte am Bodensee und am Zürichsee übertragen lassen.

Wer beim Camping am See die Umgebung genauer betrachtet, stösst auf Trockenmauern, alte Hirtenwege und verfallene Steinhütten. Diese Bauten sind keine Kulisse, sondern das Ergebnis jahrhundertelanger Weidewirtschaft: Das Vieh wurde zwischen Tal- und Bergweiden getrieben, und die Hütten boten den Hirten während der Sömmerung Schutz. Diese Wanderbewegung zwischen den Jahresweiden heisst Transhumanz. Wer heute auf einem Fernwanderweg Etappen plant, sollte die alten Wegverläufe und die Lage der Hütten kennen, denn sie folgen dem Wasser und den Weidegründen. Eine knappe Einordnung zu Transhumanz und Wegen findet sich in der Notiz « Trockenmauern, Hirtenwege und Transhumanz ».

Was braucht eine einfache Küche beim Camping?

Eine einfache Küche draussen braucht vor allem Ordnung, nicht Menge. Vier Bereiche genügen: eine Kochstelle, eine Arbeitsfläche, eine Kühlung und ein Platz für Abfall und Geschirr. Wer diese vier Bereiche trennt, kocht ruhiger und räumt schneller auf.

Zur Kochstelle gehört eine einzige Wärmequelle. Ein tragbarer Gaskocher mit Windschutz reicht für Suppen, Reis, Eier, Gemüse und Kaffee. Zwei Flammen sind angenehm, aber nicht nötig, solange man Gerichte wählt, die nacheinander garen. Ein Topf mit Deckel, eine kleine Pfanne und ein Wasserkessel decken fast alles ab.

Zur Arbeitsfläche gehört ein stabiles Brett, das nicht auf dem Boden liegt. Ein Klapptisch oder die Heckklappe des Campers dienen als Fläche. Ein scharfes Messer, ein Löffel, eine Zange und ein Tuch sind ausreichend. Gewürze kommen in kleine Schraubgläser, nicht in Originalpackungen.

Zur Kühlung gehört eine Kühlbox mit Kühlakkus. Wer morgens öffnet und abends wieder, hält die Kälte länger. Milch, Käse, Wurst und Reste gehören nach unten, Getränke nach oben. Ein Thermometer ist hilfreich, aber nicht zwingend.

Zum Abwasch gehört ein System mit zwei Becken: eines mit warmem Wasser und Spülmittel, eines mit klarem Wasser. Ein Eimer, ein Schwamm und ein Abtropfbeutel genügen. Abwasser wird nicht in den See oder in die Wiese gegossen, sondern an der dafür vorgesehenen Stelle entsorgt.

Für die Planung hilft eine einfache Regel: pro Person und Mahlzeit ein Gefäss, ein Besteckteil und ein Glas. Wer weniger mitnimmt, spült weniger.

Welche Ausrüstung bewährt sich?

Bewährt hat sich Ausrüstung, die mehrere Aufgaben erfüllt und sich leicht reinigen lässt. Ein Gaskocher mit Schlauch und Ventil ist sicherer als ein Aufschraubkocher, weil der Topf stabiler steht. Ein Windschutz aus Aluminium kostet wenig und spart Gas.

Beim Geschirr haben sich Emaille oder Edelstahl bewährt. Beide nehmen Wärme gut auf, springen nicht und lassen sich mit heissem Wasser reinigen. Plastikgeschirr ist leicht, nimmt aber Gerüche an. Ein Satz mit zwei Tellern, zwei Schalen und zwei Bechern pro Person reicht für kurze Aufenthalte.

Beim Schlafen entscheiden Matte und Sack über die Erholung. Eine Isomatte mit einem Wert um R 3 bis R 4 genügt für die meisten Nächte am See. Ein Daunenschlafsack für Temperaturen um fünf Grad Celsius deckt die Übergangszeit ab. Ein Kissen aus Kleidung oder ein kleines Reisekissen macht den Unterschied.

Beim Zelt zählen Form und Lüftung. Ein Kuppelzelt mit zwei Öffnungen trocknet schneller als ein Einzelwandzelt. Häringe aus Aluminium halten auf Wiese und Schotter besser als dünne Drahtheringe. Eine Bodenplane unter dem Zelt schützt vor Feuchtigkeit und Steinen.

Für die Küche draussen haben sich ausserdem bewährt: ein zusammenklappbarer Wasserkanister mit Hahn, ein Sieb, ein Schneidebrett, ein Feuerzeug in Reserve, ein kleines Erste-Hilfe-Set und eine Stirnlampe. Eine Checkliste auf Papier verhindert, dass etwas liegen bleibt.

Wer mit dem Camper fährt, prüft vor der ersten Fahrt Gasanschluss, Wasserpumpe, Kühlschrank und Sicherungen. Eine kurze Probenacht auf einem Platz in der Nähe zeigt, was fehlt.

Wie wählt man Stellplatz und Schatten?

Stellplatz und Schatten wählt man nach dem Tagesverlauf, nicht nach dem ersten Eindruck. Am Morgen liegt der Schatten anders als am Abend. Wer zwei Stunden Zeit hat, beobachtet den Platz und entscheidet dann.

Zuerst prüft man den Untergrund. Eine leichte Neigung von zwei Grad reicht, damit Regen abfliesst, ohne dass man im Schlaf rutscht. Bei starkem Gefälle hilft ein Keil unter dem Rad oder ein Graben um das Zelt.

Dann prüft man den Wind. Am See weht er oft am Nachmittag stärker. Ein Platz hinter einer Hecke, einer Mauer oder einer Baumgruppe schützt Kochstelle und Zelt. Zugluft kühlt den Kocher aus und verlängert die Garzeit.

Dann prüft man den Schatten. Bäume geben am Mittag Schatten, am Abend aber nicht mehr. Eine Markise oder ein Tarp ergänzt den Baumschatten und lässt sich nachführen. Wer im Süden unterwegs ist, plant für die Mittagszeit eine schattige Fläche von mindestens drei auf drei Metern ein.

Dann prüft man die Wege. Ein Platz nahe an Wasser und Sanitärgebäude ist bequem, aber auch lauter. Ein Platz am Rand ist ruhiger, verlangt aber mehr Fussweg. Für Familien mit kleinen Kindern ist die Nähe zu Sanitär und Wasser meist wichtiger als die Aussicht.

Schliesslich prüft man die Regeln des Platzes. Feuerstellen, Hunde, Abwasser und Abfall sind örtlich verschieden geregelt. Ein Blick auf die Tafel am Eingang oder ein kurzes Gespräch an der Rezeption klärt das.

Was kocht man mit zwei Flammen?

Mit zwei Flammen lassen sich Mahlzeiten planen, die ohne Kühlung und ohne Reste auskommen. Ein Beispiel für vier Tage: Am ersten Tag Reis mit Gemüse und Ei. Am zweiten Tag Nudeln mit Tomaten und Käse. Am dritten Tag Kartoffeln mit Zwiebeln und Öl. Am vierten Tag Suppe aus Resten mit Brot.

Für den Morgen hat sich vorbereitetes Frühstück bewährt. Haferflocken, Trockenfrüchte und Nüsse lassen sich am Vorabend mischen. Kaffee wird mit heissem Wasser aufgegossen, nicht gekocht. Wer Milch braucht, nimmt sie am ersten Tag aus der Kühlbox.

Reste gehören in verschliessbare Behälter und sofort in die Kühlung. Was zwei Tage alt ist, wird nicht mehr aufbewahrt. Wer unsicher ist, kocht kleinere Mengen.

Was gilt am See und im Süden?

Am See gelten andere Regeln als im Süden. Am Bodensee und am Zürichsee kühlt der Abend schnell ab, und Tau fällt früh. Zelt und Ausrüstung sollten vor dem Schlafengehen trocken verstaut werden. Am Morgen trocknet man Zelt und Tarp, bevor man abbaut.

Im Süden sind Hitze, Staub und Insekten die grösseren Themen. Kochstelle und Vorräte gehören in geschlossene Behälter. Wasser wird morgens und abends geholt, nicht am Mittag. Schatten ist keine Bequemlichkeit, sondern eine Voraussetzung für gutes Kochen und guten Schlaf.

Wer beides verbindet, also einen Aufenthalt am See und eine Fahrt in den Süden, nimmt Ausrüstung mit, die in beiden Lagen funktioniert: ein Kocher mit Windschutz, eine Kühlbox mit guten Akkus, ein Zelt mit Lüftung und eine Markise oder ein Tarp für den Schatten.

Fazit

Eine einfache Küche draussen braucht wenige Geräte, eine klare Ordnung und eine Routine. Bewährte Ausrüstung ist leicht, stabil und leicht zu reinigen. Stellplatz und Schatten wählt man nach dem Verlauf des Tages, nicht nach dem ersten Blick. Wer diese drei Punkte beachtet, kocht ruhiger, schläft besser und bleibt länger an einem Ort, der gefällt.